Schönheit kommt von Innen

Ohrenbetäubender Straßenlärm, Dreck, Smog und eine schier undurchdringbare Wand aus Hitze und Luftfeuchtigkeit – das war Bangkoks Willkommensgruß nachdem ich aus dem klimatisierten Skytrain, der Flughafen und Innenstadt miteinander verbindet, ausgestiegen bin.

asia-2011--2896-traffic-thumbDie 35° C in meinem ersten Reiseziel wären alleine noch erträglich gewesen, doch die Luftfeuchtigkeit und Schwüle machten mir anfangs sehr zu schaffen. Hinzu kam aber, dass in der Stadt mit 8,2 Mio Einwohner und einer extremen Bevölkerungsdichte unterwegs kaum Zeit zum Durchatmen war. Die Hektik der Stadt hat sich mit Einbruch der Dunkelheit noch verstärkt. Der Verkehr nimmt zu, tausende Lichter blinken an großen Leuchtreklamen und kleinen Ständen am Straßenrand und die Bewohner der Stadt treibt es auf die Straße und engen Gehwege. Und so war mein Gedanke nach der ersten Nacht bereits „Nichts wie raus hier“.

Doch ich gab der Stadt noch eine Chance und versuchte in diese besondere Welt einzutauchen. Ich bemerkte, dass es neben der Betriebsamkeit und den vollen Straßen auch eine andere Seite gab.

Mir ist aufgefallen, dass es in dieser hektischen Stadt dennoch sehr geregelt zugeht. Weder bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, noch an den Straßenständen herrschte wildes Gedränge und alle nehmen aufeinander Rücksicht. Meiner Meinung nach liegt das an den zuvorkommenden und immer hilfsbereiten Bewohner der Stadt. Egal ob alt oder jung, arm oder reich, die Thais bewahren in jeder Situation ihr freundliches Gemüt und begegnen Jedem mit einem Lächeln.

IMG_4158Am meisten hat mich jedoch beeindruckt wie allgegenwärtig die Religion ist. An fast jeder Straßenecke befindet sich ein Schrein oder ein Tempel, wo Gläubige innehalten und ihre Gebete sprechen. Ich durfte beobachten wie ein Taxifahrer sein Fahrzeug verlassen hat um einem Mönch Opfergaben zu bringen und kniend vor ihm zu beten. Am meisten konnte man diese demütige und andächtige Stimmung in den Wats, den großen Tempelanlagen in Bangkok, spüren. Und so sind es die Bewohner, die Ruhe und Gelassenheit in das hektische Treiben bringen.

Und nach den ersten paar Tagen gewöhnte ich mich auch an die Hitze; durch die Nachricht, dass es in Deutschland zu dieser Zeit -15° C hatte, fiel mir das sogar noch etwas leichter 🙂