„Home is where u park it“

… das war mein Motto in den letzten Wochen!
Meine Reise neigt sich dem Ende entgegen und so muss ich auch bald meinen Campervan abgeben, mit dem ich die Ostküste Australiens entlang gefahren bin.
Als gänzlich unerfahrener Camper bin ich vor der Reise unsicher gewesen, ob das Camper-Leben das Richtige für mich ist. Im Folgenden will ich meine Erfahrungen während der insgesamt sieben Wochen im Campervan schildern.

Fahrzeuge & Ausstattung

In Neuseeland fuhr ich einen Mercedes Sprinter (Baujahr 2004) der Firma „Aotea Campervans“, welcher WC/Dusche besaß und somit „self-contained“ zertifiert war. Dies erlaubte es mir auch in der freien Natur zu übernachten. Mit dem Fahrzeug bin ich in 24 Tagen ca. 3.300 Kilometer gereist.

In Australien hatte ich mich für die Strecke von Sydney nach Cairns einen Toyota Hiace (Baujahr 2001) von „apollo“ entschieden. Die gut 4.800 km an der Küste entlang und durch das Hinterland legte ich in 22 Tagen zurück.

Beide Camper waren mit einem großen Wassertank, einer Kochmöglichkeit, Geschirr, Töpfe/Pfannen etc., einem Campingtisch mit -stühlen sowie Bettwäsche und Handtücher ausgestattet.

Campingplätze

Die Campingplätze in Neuseeland waren sehr gepflegt und größtenteils neu. Der Preis für eine „Powered-Site“ lag zwischen 20 und 30 Euro. Dafür gab es einen ausreichend großen Stellplatz inkl. Strom, Zugang zu sanitären Anlagen, meist nur eine kleine Küche und ab und an weitere Annehmlichkeiten wie eine Spielhalle, einen Hot-Tub oder kostenloses WiFi. Die Gäste dort waren überwiegend Touristen; ich traf sehr viele deutsche Urlauber.
Das Wildcampen war natürlich kostenlos und die beliebtesten Spots hatte man dennoch für sich alleine oder musste man nur mit wenigen anderen Urlaubern teilen.

Für einen Campingplatz in Australien zahlte ich 25 – 40 €; bei Ausnahmen, wie z.B. dem überfüllten Byron Bay, auch 52 € pro Nacht. Alle Campingplätze, auf denen ich übernachtet habe, waren sehr gut ausgestattet. Neben den Basics glänzten die Anlagen vor allem durch große Küchen und einem voll ausgestatteten Barbecue Bereich. Alle Campingplätze hatten einen Swimmingpool, was uns bei der Hitze sehr gelegen kam.
Auf Australiens Campingplätzen traf ich größtenteils einheimische Urlauber.

Einmal Camper, immer Camper?

Anfänglich ist mir die Umstellung von Hotelzimmer mit eigenem Bad auf wenige Quadratmeter rollende Unterkunft zwar schwer gefallen, aber ich habe die sieben Wochen vollends genossen und kann mir gut vorstellen wieder eine Reise per Campervan zu unternehmen.
Mir gefiel die Flexibilität, die mir der Camper ermöglichte. Ich konnte einfach Halt machen, wenn ich an einem schönen Ort war und meine Mahlzeiten selbst zubereiten.
Mir gefiel die Unabhängigkeit, die der Camper bot. Ich konnte an einsamen Orten übernachten.
Mir gefiel die Herzlichkeit, die auf den Campingplätzen herrschte. Ich kam dort viel schneller mit Reisenden ins Gespräch als es im Hotel der Fall war und konnte so Erfahrungen und Tipps austauschen.
Ich habe am Strand beim Sonnenuntergang zu Abend gegessen, hatte auf einem Campingplatz Kängurus als Nachbarn, konnte den immer klaren Sternenhimmel von meinem Bett aus sehen, wurde vom Meeresrauschen geweckt, …

Ich kann einen Campingurlaub in beiden Ländern also zu 100 % empfehlen. Mir kam darüber hinaus entgegen, dass ich beide Länder auch per Mietwagen bereiste und somit nicht die gesamten sieben Wochen am Stück im Camper war. Die Abwechslung war für mich hier das A und O.

DSC03694DSC06504